| 27. Juni 2011 | Gefahrgutübung |
Der auch im Hochschwarzwald zunehmende Schwerlastverkehr und das daraus resultierende Gefahrenpotenzial wirkt sich auch auf die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr Titisee-Neustadt aus. Immer wieder ist die Wehr bei Lkw-Unfällen im Einsatz. Besonders brisant sind Havarien, bei denen Laster Chemikalien, explosive oder andere gefährliche Substanzen geladen haben. Solch einem Szenario stellten sich am Montagabend 150 Feuerwehrleute aus Titisee-Neustadt, Waldau, Kirchzarten, Donaueschingen,Villingen und Blumberg bei einer Gefahrgutübung gemeinsam mit dem Gefahrgutzug des Landkreises Schwarzwald-Baar. Realitätsgetreu wurde ein Unfall nachgestellt: Firma Reichel pumpt mit einem Tankwagen Natriumhydridlösung bei der Grundwasserreinigungsanlage der Firma Eisele ab. Ein mit Stückgut beladner Laster kollidiert wegen gesundheitlicher Probleme des Fahrers mit dem Pumpfahrzeug, das dadurch in Brand gerät. Dabei reißt der Saugschlauch ab und Chemikalien laufen aus. Auf der Ladefläche des Stückguttransporters werden diverse Behälter beschädigt, Calciumhydrochlorid in pulverisierter und Benzylchlorid in flüssiger Form treten aus. Ferner ist ein angrenzendes Gebäude durch den Brand gefährdet. Unter der Leitung des stellvertretenden Gesamtkommandanten Markus Straub hatten die Wehrmänner eine Vielzahl von Aufgaben zu bewältigen. Es galt den brennenden Laster zu löschen und ein Übergreifen des Feuers auf Gebäude zu verhindern. Die Spezialisten des Gefahrgutzugs in ihren futuristischen Schutzanzügen mussten sich um die Beseitigung des austretenden Gefahrguts aus beiden Lkws kümmern, wobei dem Schutz der Umwelt und des Grundwassers ein besonderes Augenmerk galt. Parallel dazu wurde durch andere Spezialisten ein sogenannter Dekontaminatiosplatz eingerichtet, wo Ausrüstungsgegenstände und Anzüge dekontaminiert werden. Einsatzführung und Einsatzkommunikation rundeten das Aufgabenspektrum der zügig verlaufenen Übung ab. Kritische Übungsbeobachter waren Kreisbrandmeister Max Eschenlohr, Stadtkommandant Gotthard Benitz und der Kommandant der Feuerwehr Kirchzarten, Karl-Heinz Strecker. „Die Übung gemeinsam mit dem Gefahrgutzug hat hervorragend funktioniert“, unterstrich Benitz bei der Manöverkritik, kleinere Schwachstellen wurden erkannt und werden verbessert.